Aus der Geschichte

Geschrieben von Webmaster am 12.03.2014

Die Anfangsjahre
Am 31. Oktober 1891 versammeln sich zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr 13 Mann. Obwohl die Gründung einer Feuerwehr auf Widerstand stößt und die Widersacher behaupten, daß "eine freiwillige Feuerwehr nicht nothwendig und Luxus sei", wird der Aufbau der Oberhöchstädter Wehr rasch vorangetrieben: Sie findet Aufnahme im Nassauischen Feuerwehrverband. Erster Kommandant ist Philipp Burk, der sich um die Ausrüstung der Wehr große Verdienste erwirbt. Nach einer Amtszeit von 19 Jahren übernimmt Nikolaus Racky sein Amt. Ein Jahr nach der Gründung verfügt die Feuerwehr über eine vierrädrige Handdruckspritze sowie Hanfdruckschläuche. Das Gerät ist im Spritzenhaus in der heutigen Altkönigstraße untergebracht. Die Alarmierung erfolgt durch Hornisten und bereits im Gründungsjahr rückt die Oberhöchstädter Feuerwehr zu nachbarschaftlicher Löschhilfe nach Steinbach aus. 1896 wird eine leistungsfähigere Handdruckspritze und im Jahre 1901 eine mechanische Leiter angeschafft. Von Einsätzen in dieser Zeit ist folgendes bekannt: Im Jahre 1897 rückt die Feuerwehr zweimal zu Bränden in Oberhöchstadt und im nächsten Jahr zur Löschhilfe nach Niederhöchstadt aus.
Weltkrieg, Wirtschaftskrise und Inflation
Im Januar 1913 wird Gottfried Sachs sen. Kommandant der Wehr. Da ein gutes Jahr danach der Erste Weltkrieg ausbricht und viele Kameraden eingezogen werden, kommt die Feuerwehrarbeit fast zum Erliegen. 1926 wird die vorhandene mechanische Leiter durch eine neue, kleinere 2-teilige Metz-Schiebeleiter ersetzt. 1927 wird ein neues Gerätehaus am Ortsrand eingeweiht, das der Feuerwehr bis 1979 dient. Über Einsätze in dieser Zeit lassen sich keine genauen Angaben machen, es ist nur bekannt, daß es 1913, 1921 und 1924 in Oberhöchstadt gebrannt hat.
 
Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg
Die Herrschaft der Nationalsozialisten bringt auch bei der Feuerwehr Veränderungen mit sich: So wird aus dem 1. Kommandanten der "1. Führer", dessen Autorität durch Vorgaben von oben gestärkt wird, d. h. es wird nicht "beschlossen", sondern vielmehr "bestimmt". Mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges werden zahlreiche Kameraden eingezogen und diejenigen, die nicht eingezogen werden, müssen bei Fliegerangriffen und Brandbombenabwüfen Hilfe leisten. 1938 scheidet der 1.Führer Gottfried Sachs nach 25 Jahren Amtszeit aus dem Amt. Nachfolger wird sein Sohn Gottfried Sachs jun. Nachdem dieser 1942 im Krieg gefallen ist, übernimmt sein Stellvertreter Johann Herbert die Wehrleitung, bis er im letzten Kriegsjahr fällt.
Die NS-Zeit bringt jedoch auch Verbesserungen der Ausrüstung mit sich: 1934 wird eine Motorspritze angeschafft, eine TS 4/4, welche bis 1954 den Mittelpunkt der löschtechnischen Ausrüstung bildet. Der bedeutendste Einsatz in dieser Zeit ist ein Scheunengroßbrand in der Oberurseler Straße im Jahre 1936, der verschiedene Schwächen in der Ausbildung der Wehr aufdeckt, und so besuchen zum ersten Mal Kameraden der Feuerwehr Oberhöchstadt Lehrgänge an der damaligen Provinzialfeuerwehrschule in Kassel. Während des Krieges leistet die Wehr Oberhöchstadt mehr als zwanzig Einsätze im zerbombten Frankfurt. Als sich 1941 in der Stierstädter Bronze- und Aluminiumfabrik eine Explosion ereignet, leisten die Oberhöchstädter Wehrleute ebenfalls Löschhilfe.
 
Wiederaufbau und Wirtschaftswunder
Nach dem Krieg tritt 1946 der alte Vorstand zusammen um eine Wiederaufnahme der Feuerwehrarbeit einzuleiten. Johann Burk wird zum Kommandanten gewählt. Ein Jahr darauf übernimmt sein Stellvertreter Johann Karl Eberhardt sein Amt, tritt jedoch 1956 wieder zurück und Burk wird erneut, bis 1959, Kommandant der Wehr. 1946 treffen sich 17 aktive Kameraden zur ersten Übung nach dem Krieg. Nun macht sich auch der Materialmangel bemerkbar: Geräte und Uniformen sind in schlechtem Zustand, das Benzin ist knapp und die Löschwasserversorgung im Ort ist verbesserungsbedürftig. Brandwachen beim Dreschen von Getreide sowie bei Kino- und Ballveranstaltungen bilden ein neues Einsatzgebiet der Feuerwehr. In den Fünfzigern erfährt die Feuerwehr einen Aufschwung: Die Alarmhörner werden durch eine Sirene abgelöst und ein LF 8 von Opel mit einer Tragkraftspritze TS 8/8 wird angeschafft. Unter anderem sind folgende Einsätze aus dieser Zeit aktenkundig: Im Jahre 1945 steht eine Scheuer des Hofgutes Hohenwald in Flammen, im Jahre 1951 eine in der Sodener Straße; 1956 rückt die Wehr zu einem Zimmerbrand am Schulplatz aus.
Die Sechziger und die Siebziger Jahre
1959 wird Nikolaus Conradi zum Ortsbrandmeister gewählt. Die Fusion Oberhöchstadts mit Schönberg und Kronberg zur neuen Stadt Kronberg im Taunus im Jahre 1972 bringt auch für die Feuerwehr Veränderungen mit sich. Bei der ersten gemeinsamen Jahreshauptversammlung der drei Stadtteilwehren wird der bisherige Kronberger Ortsbrandmeister Heinz Feger zum Stadtbrandinspektor gewählt, sein Stellvertreter wird Nikolaus Conradi.
Die 60er Jahre bringen auch umfangreiche Verbesserungen der Ausrüstung: 1963 wird ein gebrauchter Ford Pickup von der US-Luftwaffe gekauft und in Eigenarbeit zum Mannschaftswagen umgebaut. Ebenfalls in Eigenhilfe baut die Wehr einen Schlauchanhänger und eine Garage für das LF 8. 1968 wird ein neuer Übungsplatz mit Flutlichtanlage eingeweiht. Ab 1972 werden im Ort Druckknopfmelder für die Sirenen installiert.
Ein bedeutender Einsatz der 60er Jahre ist ein Großbrand der Wirtschaftsgebäude des Hofgutes Hohenwald 1963. 1971 werden ein LF 16 und ein VW-Mannschaftwagen angeschafft, das LF 8 wird gegen das Schönberger LF 8 getauscht. Nach der Anschaffung eines Pulverlöschanhängers, eines Tragkraftspritzenanhängers und neuer Funkgeräte ist die Wehr Oberhöchstadt für ihre Verhältnisse erstklassig ausgerüstet. Im November 1979 wird das neue Gerätehaus eingeweiht. In den 70ern macht sich ein Anstieg der Einsatzzahlen um 200% bemerkbar. Die Einsatzabteilung hat nun 72 Mitglieder, von denen 16 mit Funkalarmempfängern ausgerüstet sind.
Die Achtziger und die Neunziger Jahre
Im Jahre 1980 gibt es einen Wechsel in der Wehrführung: Rudolf Bauer wird zum Wehrführer und Peter Flach zum Stellvertreter gewählt. Auf dem Gebiet der Ausrüstung gibt es weitere Fortschritte: Bis 1987 ist die gesamte Einsatzabteilung mit Funkalarmempfängern ausgerüstet und 1988 wird ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 angeschafft. Dieses Fahrzeug bedeutet für die Feuerwehr Oberhöchstadt einen großen Schritt nach vorn, da es mit einem Hilfeleistungssatz und Atemschutzgeräten im Mannschaftsraum ausgestattet ist.

1991 begeht die Freiwillige Feuerwehr Oberhöchstadt mit einem Kommers, einer Großübung und einem Festzug ihr Hundertjähriges Jubiläum. 1995 wird das nun 24 Jahre alte Magirus-LF 16 durch ein neues LF 16/12 ersetzt.
Vom Jahr 2000 bis heute
Im Jahr 2000 vollzieht sich wieder ein Generationswechsel: Christoph König und Thomas Schweitzer lösen Rudolf Bauer und Peter Flach in der Wehrführung ab. Das Jahr 2002 bringt eine weitere Verbesserung in der Ausrüstung: Nach der Neubeschaffung eines geländegängigen LF 8/6 und einem Fahrzeugtausch verfügt die Feuerwehr Oberhöchstadt nun über 2 wasserführende Fahrzeuge, ein Mannschaftstransportfahrzeug und einen LKW. Nach langjähriger Planung wird 2006 das Gerätehaus umgebaut. Das Obergeschoss wird über die gesamte Länge des Gebäudes ausgeweitet und ein neues Treppenhaus angebaut. Dadurch verfügt die Feuerwehr über einen großen Lehrsaal, einen Jugendraum, Räumlichkeiten für den Verein und den Musikzug sowie einen Raum für die gemeinsame Kleiderkammer der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kronberg. 2007 wird das alte Mannschaftstransportfahrzeug aufgrund zunehmender Rostschäden ersetzt gegen ein neues Fahrzeug vom Typ Mercedes Benz Sprinter. 2008 stellt Christoph König, inzwischen einmal als Wehrführer im Amt bestätigt und zum stellvertretenden Stadtbrandinspektor gewählt, sein Amt als Wehrführer zur Verfügung. Neuer Wehrführer wird sein bisheriger Stellvertreter Thomas Schweitzer, neuer stellvertretender Wehrführer wird Marcus Lawritsch.
Christoph König
Thomas Schweitzer
Marcus Lawritsch